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Druckerei des SS-RSHA Ref. VI F 4a, Delbrückstraße 6a, Berlin-Grunewald Drucken

 

Am Ufer des Hubertussees im Berliner Ortsteil Grunewald wurde um 1908 vom Münchener Architekten Richard Riemerschmid ein sehr stattliches Wohnhaus mit etwa dreißig Zimmern erbaut. 

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In der Delbrückstraße 6a wurde Geschichte geschrieben.


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1934 weist das Berliner Adressbuch als Eigentümer und Bewohner die Familie Ephraimson-Abt aus.

 

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Berliner Adressbuch, 1934  http://adressbuch.zlb.de

 

Etwa 1934 wurde der Hermann Ephraimson von einem Vertreter des SS, vermutlich von SS-Sturmführer Dr. Gustav Adolf Scheel, aufgesucht. Es wurde die "Bitte" geäußert, das Haus zu mieten. Da die Familie das von ihnen selbst bewohnte Haus natürlich nicht vermieten wollten, wurde unter Androhung von Zwangsmaßnahmen ein Mietverhältnis mit der SS herbeigeführt, die Familie Ephraimson musste ausziehen. Nach einem Jahr wurde das Mietverhältnis gekündigt, Planungen sahen den Einzug einer jüdischen Schule vor. Dieser Einzug erfolgte aber nicht, das Mietverhältnis mit der SS verlängerte sich.

Etwa 1938 wurde ein Treuhänder eingesetzt, der das Haus dann schließlich an die SS verkaufte. Den vereinbarten Kaufpreis erhielten die Alteigentümer allerdings nie.

Im Berliner Adresssbuch des Jahres 1939 wird der Eigentümer nun verschwiegen, und das Gebäude als "SD-Schule" (!) geführt.

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Berliner Adressbuch, 1939         http://adressbuch.zlb.de

Die Räumlichkeiten haben bis mindestens 1942 eine geheime Druckerei beheimatet, in der durch den SD mit Hilfe professioneller Drucker falsche Ausweise für Agenten sowie (falsche) Banknoten der Bank of England und US-Dollars produziert wurden.
Die dort Beschäftigten waren (zum Teil?) Konzentrationslagerhäftlinge. 

Die Qualität der dort produzierten Pfundnoten war so gut, dass sie bei einer inoffiziellen Überprüfung der Schweizer Bundesbank im Sommer 1941 als "echt" bezeichnet wurden.

Daraufhin begann die Produktion solcher Banknoten im großen Stil, die nach dem SS-Sturmbannführer Bernhard Krüger benannte Aktion Bernhard begann. Ziel war es, das Britische Pfund international zu diskreditieren und eine Währungsinstabilität zu erzeugen.

Der vorhandene Platz reichte schon bald nicht mehr aus, so dass die Banknotenproduktion in die Baracken 18 und 19 des Konzentrationslagers Sachsenhausen ausgelagert wurde.

 

Der Sohn der ehemaligen Eigentümer besuchte 1946 erstmals wieder seine Heimatstadt. Das Haus in der Delbrückstraße war im wesentlichen intakt, wies aber Brandschäden und Defekte an der Dacheindeckung auf. Verhandlungen über die Reparatur der Dachschäden mit der zuständigen britischen Liegenschaftsverwaltung blieben erfolglos, das Haus verfiel.

 Etwa 1955 wurde die Ruine von den den zwischenzeitlich wieder an ihr Eigentum gelangten Alteigentümern verkauft und schließlich abgerissen. 

Das auf dem Grundstück Delbrückstraße 6a ca. 1956 errichtete Gebäude dient als Wohnhaus.

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Delbrückstraße 6a, 2007.

 

Die 2007 uraufgeführte österreichisch-deutsche Spielfimproduktion "Die Fälscher" zeigt die Geschichte der Aktion Bernhard.
"Die Fälscher" wurde 2008 als Bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet.

 

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Weitere Infos:

Operation Bernhard bei Wikipedia

"Die Fälscher" bei Wikipedia  

Filmheft "Die Fälscher"

Tagesspiegel-Artikel über Adolf Burger

Informationen zu Dr. Gustav Adolf Scheel 


 

 
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